Warum hast du dich selbstständig gemacht? Was treibt dich an?

Selbständig gemacht habe ich mich tatsächlich aus einer Notsituation heraus. Das Problem war einfach: Ich war Jungmeister und niemand wollte mich einstellen, weil entweder das Gehalt auf Gesellenniveau war oder wegen dem beliebten „zu wenig Berufserfahrung“. Letzteres geht auch nicht mit 25 Jahren. Mit ein bisschen Starthilfe vom meinem ehemaligen Chef habe ich dann den Entschluss gefasst: Ich mach mich einfach selbständig, obwohl ich auch noch einen anderen Betrieb hätte übernehmen können. Ich wollte aber, dass da von Anfang an Trynoga draufsteht.

Was mich antreibt? Anfangs und auch immer noch die Liebe zum Beruf des Malers, mittlerweile ist auch die Kommunikation mit tollen Kunden/Menschen dazu gekommen, auch auf den Schulungen, die ich für euch machen darf. Das Netzwerkeln… ach, ich liebe es einfach jeden Morgen in die Arbeitsklamotten zu springen und Kunden glücklich zu machen. Vor allem selbst aktiv auf der Baustelle zu sein, macht mich glücklich.

Hast du deinen Betrieb auf bestimmte Bereiche spezialisiert und wenn ja warum?

Ja, habe ich. Und Savamea hat da einen ziemlich großen Anteil dran. Anfangs war ich neugierig und auch etwas skeptisch, weil die direkte Resonanz zu dem neu kennengelernten Produkt nicht so war, wie ich das wollte. Ich will immer direkt loslegen. Es war letztendlich ein ziemlich langer Prozess, mit vielen Schwierigkeiten zwischendurch. Seit über 5 Jahren kenne ich die Produkte, aber erst seit zwei Jahren ist das Spachteln fugenloser Bäder und Böden ein fester Bestandteil des Tagesgeschäfts. Aktuell macht das ca. 60% unserer Aufträge aus. Gepaart mit dekorativen Spachteltechniken für Wohnräume. Im Gegenzug sind bestimmte Bereiche der „üblichen Malerarbeiten“ rausgeflogen. Wärmedämmung z.B.

Warum fugenlos? Welche Erfahrungen und Empfehlungen hast du?

Fugenlos, weil es ein Trend ist, der noch nicht am Zenit ist. Wer früh dabei war, hat jede Menge Erfahrung gesammelt. Auch in Form von schmerzhaften Lehrgeld, weil Fehler passiert sind. Ich denke, das wird sich auszahlen. Beständigkeit.
Die Schwierigkeit ist immer der Unikat-Charakter der Oberflächen. Kein Boden ist vergleichbar. Man muss die Kunden entsprechend beraten, oft Ängste und Bedenken ausräumen. Handwerk. 😉

Das wichtigste ist, sich mit der Materie zu beschäftigen. Aber wenn Dich ein Thema wirklich von Herzen interessiert, passiert das automatisch. Wenn nicht, dann sind da in meinen Augen andere Beweggründe, wie z.B. schneller Profit. Ich habe einiges ausprobiert. Verschiedene Materialien getestet und und und.

Ich denke jeder Handwerksmeister sollte in der Lage sein, sich die nötigen Informationen zu beschaffen. Selbständig. Weil das ist man auch, wie es das Wort schon impliziert. Als Meister ist man eh in der Pflicht sich ständig weiterzubilden und Fachwissen anzusammeln, welches man weitergeben kann und muss (z.B. an seine Mitarbeiter).
Meine Empfehlung ist kurz: einfach machen. Fehler werden passieren, aber nur so lernt der Mensch. Im Normalfall.
Für alles andere gibt es Technische Merkblätter und immer jemanden, den man fragen kann. Meine Entscheidung steht auf jeden Fall fest: Ich habe mich definitiv für die Erfahrung, das Know-how und die Qualität der Savamea Produkte entschieden, denn am Ende setzt sich immer Qualität durch.

Wo siehst du dich in 5 Jahren?

Die Frage mag ich immer nicht. Ich weiß es meistens nämlich gar nicht. Im Moment bin ich mehr damit beschäftigt das Jetzt zu genießen, da endlich alles wieder in ruhigen Fahrwassern läuft. Ich möchte gerne noch mehr fugenlose und kreative Oberflächen ausführen. Also die Spezialisierung noch mehr vorantreiben. Ach, ich mag es so wie es gerade ist. Vielleicht bin ich ja dann auch im Vorstand von Savamea.

Was empfiehlst du jungen Handwerksunternehmen?

Ich bin doch selber noch eins! Gefühlt.
Letztendlich sollte jeder das machen, was ihn glücklich macht. Und mit den richtigen Menschen zusammenarbeiten. Der Rest kommt von allein… wenn man es einfach nur tut.

Herzlichen Dank, Sascha, für deine offenen Worte. Ich bin mir sicher, dass es vielen Handwerksunternehmen so ähnlich geht.
Ich freue mich schon auf die nächsten Jahre unserer Zusammenarbeit.