Warum hast du dich selbstständig gemacht? Was treibt dich an?

Mein Vater hat den Betrieb 1964 gegründet und mir war eigentlich schon als kleiner Junge klar, dass ich auch Maler werde. Das Schöne für mich war, dass das nicht von mir erwartet wurde, sondern ich das freiwillig gemacht habe und nicht einen Tag bereut habe. Die Übergabe des Betriebes lief bei uns völlig stressfrei ab. Ich hatte mit meinem Vater einen fixen Termin vereinbart und ab diesem Zeitpunkt hat er sich dann auch komplett aus dem Betrieb rausgezogen.
Viele Kollegen haben da andere Erfahrungen gemacht. Ich bin stolz und glücklich, dass wir das so gut gemeistert haben. Heute bin ich schon fast der Senior, denn auch mein Sohn, Oliver, hat sich für den Weg entschieden. Irgendwann werden wir das genauso machen.
Du hast gefragt, was mich antreibt? Es ist einfach diese Vielfalt der Möglichkeiten Kreativität auszuleben. Es sind die Menschen, deren Räume wir verschönern dürfen, die Materialien die Gestaltungen schaffen die einzigartig sind und und und. Ich liebe einfach was ich tue. Wichtig ist für mich, dass ich Neuem immer aufgeschlossen bleibe. Mein Motto ist: „Lass den Trichter offen!“. Diese Erfahrung können bestimmt viele bestätigen. Der Platz für Neues muss immer da sein, da ansonsten die Kreativität verloren geht.

Hast du deinen Betrieb auf bestimmte Bereiche spezialisiert und wenn ja warum?

Ja, definitiv. Wir sind historisch ein Malerbedarf und Malerbetrieb gewesen, welcher jegliche Arbeiten aus dem Gewerk angeboten hat. Die Nachfrage in meinem regionalen Umfeld änderte sich doch rapide. Sind die Leute vorher aus der Nachbarschaft und um zu gerne auf einen Plausch in unserem Ladengeschäft vorbei gekommen, um sich die Farbe für den Zaun, oder die Türen zu holen, gehen sie heute natürlich zu den großen Baumarktketten. Dies spielte, ehrlich gesagt, mir in die Karten. Ich wollte schon länger weg von dem „Einheitsbrei“. Ich wollte mich mit Materialien und tollen Oberflächen beschäftigen. Ich wollte heraus stechen. Dies gelang mir mehr und mehr, so dass ich die Pleuss Wandmanufaktur ins Leben rief.
Heute sind wir Spezialist für hochwertige Malerarbeiten, besondere Oberflächen und fugenlose Wand- und Bodenbeläge. Wir sind noch nicht ganz da wo wir hin wollen, doch es zeigt
sich immer mehr das der Weg der Richtige ist.

Warum fugenlos? Welche Erfahrungen und Empfehlungen hast du?

Die Materialien faszinieren mich schlichtweg. Ich liebe es zu spachteln, da ich meine Ideen und Handschrift einbringen kann. Ich habe viele Materialien getestet, doch meine Begeisterung und Affinität ist bei Stucco Pompeji, Frescolori und Savamea einfach am höchsten. Ich bin da auch sehr treu, da für mich neben den Produkten auch die Menschen passen müssen. Zu oft habe ich schon erlebt das nicht auf Augenhöhe kommuniziert wurde, oder eine Wertschätzung fehlte. Bei den drei Partnern fühle ich mich menschlich und materialtechnisch gut aufgehoben.
Das macht einfach Spaß.

Wo siehst du dich in 5 Jahren?

Mein Ziel ist nur noch kreative Arbeiten auszuführen. Toll wäre, wenn ich das in 5 Jahren erreicht habe. Wichtiger ist mir allerdings, dass es meiner Familie und mir gesundheitlich gut geht und wir das Leben genießen können. Vielleicht ja schon etwas mehr als heute, da mein Sohn, schon mehr Verantwortung übernommen hat.

Was empfiehlst du jungen Handwerksunternehmen?

Spaß haben an dem was man tut. Sich auszuprobieren, um immer besser zu werden und vor allem sollten sie nicht ihr Ziel aus den Augen verlieren.
Dann kann eigentlich nicht mehr viel schiefgehen, denn Handwerk hat, mehr denn je, goldenen Boden.

Vielen Dank Olaf für Deine Zeit und die offenen Worte. Auch dir Oliver, vielen Dank das Du noch dazu gekommen bist.
Wir freuen uns auf den weiteren Erfahrungsaustausch und die gemeinsamen Projekte.